Photovoltaik - Lohnt das noch?

 

57 Cent pro ins Stromnetz eingespeister Kilowattstunde (kWh)  Strom ..? Das war einmal!

Sooo viel Energiewende wollte man sich wohl doch nicht über die EEG-Umlage leisten, und so wurden die Einspeisevergütungen sukzessive gesenkt.

Für Anlagen, die Anfang April 2020 in Betrieb genommen wurden, gab es leider nur noch magere 9,44 Cent pro eingespeiser kWh. Tendenz: Weiter fallend.

Zwar gibt es darauf noch 19 % Mehrwertsteuer, aber die darf der Betreiber der PV-Anlage in seiner Rolle als ehrenamtlicher Steuereintreiber gleich wieder an's Finanzamt abführen.

Weil also mit Einspeisung kaum noch etwas zu verdienen ist, gleichzeitig aber selbst gekaufter Strom immer teurer wurde, ging der Trend in den letzten Jahren verstärkt zum Eigenverbrauch des selbst erzeugten PV-Stroms.

Da kommt die elektrische Wärmepumpe vielen PV-Verkäufern gerade recht.

Allerdings gilt es auch hier, wachsam zu sein, denn eine PV-Anlage liefert vorzugsweise genau dann, wenn man eine Wärmepumpe gar nicht oder nur zur Bereitung von Warmwasser benötigt.

Vor diesem Hintergrund entstand hier im Haus nach jahrelangem Zögern 2019 der Entschluss, eine eigene PV-Anlage anzuschaffen. Die Anlage ging schließlich Ende August 2019 in Betrieb.

Die Überlegungen und Erfahrungen könnten für Sie  nützlich sein - lesen Sie selbst:

 

Motivation:

Ausschlaggebend für die Einrichtung der Anlage waren letztendlich eine ganze Reihe von  Gründen:

  1. drohendes Ende der EEG-Förderung  und damit nur noch etwa halbe Einspeisevergütung
  2. ständig steigende Energiepreise
  3. wirtschaftlich und ethisch sinnvolle, sichere Kapitalanlage
  4. zukünftige Lademöglichkeit für ein Solar-Fahrzeug
  5. Unterstützung der im Haus vorhandenen Wärmepumpe
  6. Pilotprojekt für künftige Kundenprojekte
  7. die Einsicht, auch selbst einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten zu müssen
  8. die Möglichkeit, ein Plus-Energiehaus zu erhalten

 

Technischer Fortschritt:

Moderne PV-Anlagen sind inzwischen recht mitteilsam geworden.

So oder so ähnlich könnte es auch bei Ihnen  auf dem Handy oder PC-Monitor aussehen:

PV Beispiel Einspeisung Ende September früher Abend

  • 4,56 kW elektrische Leistung liefern die PV-Module auf dem Dach
  • 90 Watt davon verbrauchen gerade die kleinen elektrischen Haushaltshelferlein und
  • 4,47 kW überschüssige PV-Leistung werden ins öffentliche Stromnetz eingespeist

Eigentlich ein Bild, was Freude machen sollte, denn bei den aktellen Einspeisevergütungen für Neuanlagen entsteht hier pro Stunde Strom im Wert von rund 50 Cent.

Trotzdem: Die Anschaffungskosten für eine typische 10-kW-PV-Anlage mit hochwertigen Modulen sind mit rund 18.000 € keine Bagatelle. Zwar wurden die PV-Module in den letzten Jahren deutlich günstiger, aber im Gegenzug wurden Normen verschärft (Zählerschrank ...) und die Liste der optionalen Hilfselektroniken ist länger geworden. Hilfreich ist hier z. B. ein digitaler Stromzähler  für die sekundengenaue Ermittlung der Stromflüsse aus dem öffentlichen Netz, bzw. hinein ins öffentliche Netz. Nur so lässt sich beispielsweise ein Bild wie das oben gezeigte darstellen.

Theoretisch könnte man hierzu auch die offiziellen Zähleinrichtungen des Netzbetreibers nutzen, aber diese offiziellen Zähler stellen in der Regel keine brauchbare Schnittstelle für eine PV-Anlage bereit.

Nachfolgendes Bild zeigt einen solchen privaten Stromzähler. Links oben am Stromzähler erkennt man die 4 roten Kapen der 4-adrigen Datenleitung,  über die der Zähler seine Messergebnisse dem Energiemanager im Wechselrichter mitteilt:

 

PV Modbus Zähler

 

Zusammen mit der weiter oben gezeigten Grafik könnte man also entscheiden, dass nun genug eigener PV-Strom verfügbar ist, um z. B. einen 3-kW-Wäschetrockner in Betrieb zu setzen.

 

Da fragen sich jedoch  viele:

"Ja lohnt sich das wirklich ...?"

Die Antwort bringt die Gegenfrage: Was bringt ein Bankkonto?  Ja, richtig: Es "bringt" jährlich rund 2 % klammheimliche "Europa-Steuer" durch Inflation und Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank.

Und wem das immer noch nicht reicht: Inzwischen fordern immer mehr Banken auch ein "Verwahrentgelt".  Ein Schelm ist, wer sich da noch an die alte Vermögenssteuer erinnert.

Also können wir schon mal ganz beruhigt festhalten: Ja, es lohnt sich immer noch!

Wenn Ihr Dach wenigstens ein paar Stunden täglich die Sonne sehen kann, dann bringt es auch Ertrag - und zwar mehr als ein Festgeldkonto und auch garantiert krisensicher Jahr für Jahr.

Und eine Photovoltaikanlage wird auch dann noch Ertrag bringen, selbst wenn der nächste Börsencrash Millionen Bankdepots entwertet haben wird und auch selbst wenn unsere Polit-Experten glauben, mal wieder eine marode Volkswirtschaft südlich der Alpen "retten" zu müssen. (Anm.: Diesen Satz hatte ich bereits im September 2019 an dieser Stelle genau so geschrieben, bevor der Corona-Crash durch die Depots gefegt kam!)

 

Weitere interssante Infos habe ich hier für Sie zusammen gestellt:

 
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