Seit einigen Jahren werden neue Heizkreisverteiler bei Fußbodenheizungen auch mit einstellbaren Durchflussanzeigern geliefert:

 Durchflussanzeige unverschmutzt

 

 Die  Vorteile liegen auf der Hand:

  • Eine meist rote  Schwimmerscheibe im Anzeigeröhrchen zeigt über eine Skala sofort an, ob und wie viel Heizwasser fließt. Im Bild oben sind es Null Liter pro Minute.
  • Kennt man den richtigen Einstellwert für einen Heizkreis, so erkennt man diejenigen, die anderen Heizkreisen das Wasser abgraben und im übrigen auch die Umwälzpumpe nur unnötig belasten.
  • Man erkennt dann auch diejenigen, die zu wenig Wasser abbekommen. In der Regel werden diese Räume von den Bewohnern als "kalt" wahrgenommen.
  • Man kann aber auch feststellen, ob sich in einem richtig eingestellten Heizkreis überhaupt noch etwas tut. Das ist wichtig, wenn z. B. der Ventileinsatz blockiert.
  • Kennt man die Vorlauf- (=warm) als auch die Rücklauftemperatur (=kalt), so kann man anhand der angezeigten Durchflussmenge die Wärmeabgabe eines einzelnen Heizkreises bestimmen. Bei typisch 5 Grad Unterschied zwsichen Vorlauf- und Rücklauftemperatur  beträgt die Wärmeabgabe
    • 1 Liter/Minute ≈ 350 Watt
    • 1,5 Liter/Minute ≈ 525 Watt
    • 2 Liter/Minute ≈ 700 Watt

Allerdings gibt es in der Praxis häufig in Problem:

Sind die Anzeigeröhrchen verschmutzt, so kann die Anzeige des Schwimmers nicht mehr abgelesen werden oder der Schwimmer sitzt  wegen allzuviel Schmutz sogar fest und zeigt einen falschen Wert an.

Reinigungsversuche, auch im ausgebauten Zustand mit starken Reinigungsmitteln bleiben meist ohne Erfolg. In der Regel müssen derart unbrauchbar gewordenen Durchflussanzeiger gegen neue, saubere ersetzt werden.

Nachfolgendes Bild zeigt einen Verteiler mit 4 Durchflussanzeigern, bei dem nur noch der linke Durchflussanzeiger gerade so ablesbar ist (hier: 0 Liter pro Minute - also kein Durchfluss, weil Umwälzpumpe außer Betrieb war.).

Die 3 Anzeigen rechts davon sind derart verschmutzt (vermutlich Rost), dass ein Ablesen oder gar eine präzise Änderung der Einstellung praktisch nicht möglich sind:

FBHZG verschmutzte Durchflussanzeige eingebaut

 

Um den Volumenstrom richtig einzustellen - man nennt das auch "hydraulischen Abgleich" - muss meist am Röhrchen gedreht werden.

Dazu muss natürlich die Heizungsumwälzpumpe laufen, damit man eine Reaktion am Schwimmer in den Anzeigeröhrchen sehen kann.

Das vorliegende Modell von Durchflussanzeigern wird in der Weise eingestellt, dass man zunächst die rote Kappe nach oben abhebt, dann den schwarzen Ring nach links ein wenig aufdreht - und dann kann man mit einem passenden Einstellschlüssel  von oben das Röhrchen vorsichtig links herum oder rechts herum drehen - entsprechend der Reaktion des Schwimmers im Röhrchen. Die genaue Vorgehensweise kann von Modell zu Modell anders sein. Die genaue Handhabung entnehmen Sie deshalb bitte der Bedienungsanleitung zur Ihrer Fußbodenheizung oder fragen Sie Ihren Heizungsbauer.

Achtung! So eine Einstellung setzt Erfahrung voraus. Zu viel Krafteinsatz an der falschen Stelle kann zur Zerstörung der empfindlichen Bauteile führen. Eine falsche Volumstrom-Einstellung kann darüber hinaus auf Dauer zu erheblichen Mehrkosten bei der Heizung führen! Im Idealfall hat Ihr Heizungsbauer den Volumenstrom pro Zimmer sauber ausgerechnet und Ihnen diese Dokumentation in ordentlichem Zustand übergeben. Diese errechneten Volumenströme stellen den Ausgangspunkt für eine erstmalige Grundeinstellung bei Inbetriebnahme der Fußbodenheizung oder bei Austausch von defekten Volumenstromanzeigern dar.

Nach erfolgter Einstellung den schwarzen Ring im Uhrzeigersinn mit der Hand "lauwarm" anziehen und das ganze mit der roten Kappe "sichern" (Kindersicherung).

FBHZG Volumenstromeinsteller mit Rost

Der Austausch selbst ist relativ einfach:

Die Kugelhähne von Vorlauf und Rücklauf schliesen, ggf. Kappen abziehen und dann die Durchflussanzeiger mit einem geeigenten Werkzeug vorsichtig aus dem Verteilerbalken gegen den Uhrzeigersinn herausdrehen. Das Werkzeug dazu am metallenen Sechskant des Durchflussanzeigers ansetzen - nie an den Kunststoffteilen! So bald der Durchflussanzeiger gelöst ist, ihn vorsichtig aus dem Verteilerbalken herausziehen. Im Allgemeinen tritt beim Austausch kaum Heizwasser aus - ein Putzlumpen in sicherer Griffweite ist jedoch keine Schande. Danach den neuen Durchflussanzeiger einsetzen und in umgekehrter Reihenfolge wie oben beschrieben einbauen. Das hier gezeigte Modell ist selbstdichtend - Hanf etc. wird also nicht benötigt. Kugelhähne vorsichtig wieder öffnen und das Ganze sorgfältig auf Dichtigkeit prüfen. Eventuell entlüften.  Anlagendruck im Heizkeller prüfen und ggf. demineralisiertes neues Heizwasser nachfüllen.

Die hier abgebildeten Durchflusseinsteller sind vom Typ STRAWA Regolux. Für eine solide Reparatur ist es selbstverständlich, nur die wirklich passenden und nicht "irgendwelche" Ersatz-Einsteller zu verwenden. 

Weitere Tipps :

  • Heizwasser sorgfältig und ausreichend demineralisieren; elektrischen Leitwert nach Befüllung messen und zeigen lassen und auf Abnahmeprotokoll schriftich festhalten
  • Fußbodenheizung am besten unter Umgehung des Pufferspeichers (sofern vorhanden) befüllen und abdrücken
  • Nach Befüllung des Pufferspeichers ein paar Tage warten (Rost absetzen lassen) , bevor man das Heizsystem als Ganzes in Betrieb setzt.
  • Befüllte Heizkreisverteiler immer vor Sonnenlicht schützen - idealerweise mit dem zugehörigen Verteilerkasten-Deckel. Ansonsten Gefahr von Algen-Wachstum, insbesondere wenn bei der Demineralisierung geschlampt wurde.
  • Vor der Abnahme des Gewerks den Zustand der Röhrchen bezüglich Verschmutzung auf der Innenseite prüfen. Ist Schwimmer klar erkennbar?
  • Bei laufender Umwälzpumpe und vollständig eingeschalteten Heizkreisen  prüfen, ob der theoretisch berechnete Volumenstrom und der abgelesene (= eingestellte) Volumenstrom übereinstimmen. Leistung der Heizungsumwälzpumpe darf danach nicht mehr geändert werden.
  • Beschriftung  der  Heizkreisen  (Küche, Bad, Wohnimmer Süd, Wohnzimmer Nord etc.) an den Verteilerbalken auf korrekte Anbringung prüfen. Das ermöglicht eine fehlerfreie Zuordnung der festgestellten Durchflüsse zu den einzelnen Wohnflächen.
  • Sind die Durchflussanzeiger erst einmal verschmutzt, so wird gerne behauptet, dass das "normal" sei. Das ist es aber nicht. Nicht ablesbare Anzeigeröhrchen erfüllen nicht die vom Hersteller vorgesehene Funktion und stellen daher per Definition einen Mangel dar.